Der wichtigste Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigung war immer das sogenannte Kuhtor, das heute als Luisentor bekannt ist. Gelegen an der einzigen ungeschützten Flanke der Hansestadt musste es fast ausnahmslos allen Angriffen standhalten die hier gegen die Stadtmauern geführt wurden. Es ist nicht nur das größte Stadttor Demmins, sondern auch das zweitgrößte seiner Art in ganz Pommern.

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Wann genau das Tor gebaut wurde ist noch immer unklar, doch muss es irgendwann im 13. Jahrhundert zusammen mit der damaligen Stadtmauer errichtet worden sein.  Es wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrmals umgebaut und erhielt seine heutige Gestalt im 15. Jahrhundert. Irgendwann zu diesem Zeitpunkt müssen auch die Wehrgänge an seiner Spitze demontiert worden sein – die Löcher zu deren Befestigung sind noch heute sichtbar – denn in Aufzeichnungen aus dem 16. Jahrhundert sind sie schon nicht mehr vorhanden.  Nachdem im beginnenden 19. Jahrhundert Wilhelmine Luise Prinzessin von Anhalt-Bernburg, Gemahlin des Prinzen Friedrich Wilhelm Ludwig von Preußen in Demmin zu Besuch war (sie wohnte derzeit in der benachbarten Kuhstraße) wurden sowohl die Kuhstraße als auch das Kuhtor zu ihren Ehren umbenannt und tragen seither ihre heutigen Namen, Luisenstraße und Luisentor. Bis kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts war hier nicht nur Sitz des Stadtgefängnisses sondern auch offizieller Sitz des Gefängniswärters. Später wurde hier eine äußerst beliebte Jugendherberge eingerichtet, die nach langen Sanierungsarbeiten 2007 einem Gästehaus Platz machen musste.